1979 - 1985
Gezeichnete Landschaft


Um das Jahr 1979 erfolgte erneut eine Zäsur im Schaffen Kunaus. Die Darstellung der Landschaft wurde ihm nun zum Hauptmotiv.
Ein Naturalismus im Sinne des 19. Jahrhunderts wird bewußt vermieden. Nicht illusionistische Nachahmung, sondern Charakterisierung des Wesentlichen ist sein Ziel. Hinter der stenogrammhaften Reduktion der Form und der Farbe steht die Absicht, mit möglichst wenigem möglichst viel zu sagen. In diesem Streben um die kürzeste Formel berührt sich Kunaus Landschaftsauffassung mit der Kunst Ostasiens. Die asiatischen Tuschmeister forderten den Betrachter eines Bildes zu eigener gedanklicher Tätigkeit auf, er sollte das Bild durch eigene Vorstellung ergänzen und vollenden. Das gleiche erwartet auch Kunau von dem Betrachter seiner Bilder. Die Formen und Zustände der Natur sind nur soweit herausgearbeitet, bis alle Flächen des Blattes aktiviert sind und sich suggestiv bestimmten Naturelementen beiordnen lassen.
Ulrich Schulte-Wülwer, 1981

 
 
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Provence – vent chaud, 1983, Pastell, 39 x 53 cm
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